Würdigung

Vorsitzende der ostdeutschen Landesgruppen

Politik für die Menschen in den neuen Bundesländern: Michael Stübgen (Brandenburg), Eckhardt Rehberg (Mecklenburg-Vorpommern), Heike Brehmer (Sachsen-Anhalt), Arnold Vaatz (Sachsen), Manfred Grund (Thüringen) und Kai Wegner (Berlin) v.l.n.r.

Von Arnold Vaatz

Style: "1"

Vor 25 Jahren haben die Menschen in Ostdeutschland die friedliche Revolution eingeleitet, die schließlich am 9. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer führte. Mit Mut und Leidenschaft haben die Menschen in Ostdeutschland für Freiheit, Demokratie und ein besseres Leben gekämpft. Viele haben ihre persönliche Freiheit und ihre Unversehrtheit geopfert, um dem DDR-Regime dabei entgegenzutreten.

Der Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR erreichte Ihren Höhepunkt im Wendejahr 1989. In Bürgerrechtsbewegungen wie dem Demokratischen Aufbruch, dem Neuen Forum und Demokratie Jetzt traten breite Bevölkerungsgruppen für umfassende Freiheitsrechte und Reformen in der ehemaligen DDR ein. Der Beginn der Montagsdemonstrationen am 4. September 1989 in Leipzig und darauf folgend in weiteren Städten (u. a. Dresden, Halle, Magdeburg, Rostock, Chemnitz) war der Anfang vom Ende des SED-Regimes. Mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ hat sich die Demokratie durchgesetzt. In den folgenden Wochen führten die Proteste schließlich am 9. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer.

Nach dem Fall der Berliner Mauer ist der Wunsch nach der Einheit bei den Menschen erheblich gewachsen, so dass aus dem Ruf „Wir sind das Volk“ zunehmend „Wir sind ein Volk“ wurde. Auf die Friedliche Revolution folgte die Deutsche Einheit und der Aufbau Ost.

Was hat der Aufbau Ost geleistet?

Der Aufbau Ost ist eine gesamtdeutsche Leistung. In den vergangenen 24 Jahren hat er maßgeblich zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West beigetragen. Die Modernisierung der verkehrlichen und städtischen Infrastruktur  zeigt anschaulich, dass sich vieles für die Menschen vor Ort verbessert hat. Aus einigen Regionen in Ostdeutschland sind in der Tat „Blühende Landschaften“ entstanden. Anhand der Fotovergleiche ist  anschaulich klar, dass die Wende von 1989/1990 nicht nur wirtschaftlich eine Erfolgstory war und ist, sondern auch einen großen ökologischen Gewinn mit sich brachte. Die Planwirtschaft der SED-Führung war umweltfeindlich. Die rauchenden Schlote der Kokereien und Kraftwerke standen nicht für ökonomisches Wachstum, sondern waren ein Zeichen für den Raubbau an der Umwelt und Infrastruktur der Städte. Mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft ist es auch in Ostdeutschland gelungen, ökonomisches Wachstum, verbunden mit einem sozialen Ausgleich und dem Umweltschutz in Einklang zu bringen. Sauberes Wasser in Seen und Flüssen, eine verbesserte Luftqualität in den Städten, effizientere Energiesysteme, innovative Antriebssysteme sowie umweltfreundliche Prozesse in der Fertigung von Produkten sind nur einige Beispiele, die dank der Innovationskraft der Menschen in Ostdeutschland möglich wurde.

Die Realität zeigt heute sogar eine relative Entkopplung unseres Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch. Das heißt, dass das Brutto-Inlandsprodukt mit einer höheren Rate wächst als der Primärenergie-verbrauch. Zu all diesen unbestreitbaren positiven ökonomischen und ökologischen Entwicklungen haben der Aufbau Ost und die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft beigetragen.

Es gibt noch viel zu tun!

Unbestritten ist, dass der Aufbau Ost noch nicht abgeschlossen ist. Es ist viel erreicht worden, aber längst noch nicht alles geschafft. In Zukunft wird es darum gehen, dass die nach wie vor strukturell bedingten Unterschiede weiter abgebaut werden. Mit dem Mut und dem Geist von 1989/1990 und der Erfahrung in den vergangenen 24 Jahren Deutsche Einheit wird die vollständige Angleichung der Lebensverhältnisse auch gelingen.

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