DDR-Unrecht

Wie jede Erfolgsgeschichte hat auch der Mauerfall zwei Seiten. Die Menschen im Osten freuten sich über die neu gewonnene Freiheit. Für viele bestand sie eben nicht nur aus unbeschränkten Reisemöglichkeiten, Volkswagen und Nutella. Mutige Bürger stürmten die Büros des Ministeriums für Staatssicherheit – so wie hier auf diesen Bildern aus dem thüringischen Schmalkalden. Auch dort hatten Stasimitarbeiter längst damit begonnen, Spuren DDR-Unrechts zu beseitigen.

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Kürzlich sorgte Gregor Gysi („Die Linke“) für Diskussionen. Er wollte die DDR nicht als Unrechtsstaat bezeichnen. Vor allem in Ostdeutschland träfe  das viele ehemalige Bürgerrechtler zutiefst – allen voran diejenigen, die unter dem SED-Regime gelitten haben, eingesperrt wurden oder das Land verlassen mussten, sagte Arnold Vaatz. Der sächsische CDU-Politiker ist stellvertretender Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Sprecher der ostdeutschen CDU-Abgeordneten.

Politiker jeglicher Parteien sollten unmissverständlich klarmachen, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Eine Politik, die das Wohl aller Menschen zum Ziel hat, lässt sich nicht mit Parteien gestalten, die die demokratischen Grundwerte in Zweifel ziehen“, so Vaatz. Auch ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall dürfe man das Unrecht nicht relativieren, warnte der ehemalige Landesminister Vaatz: „Das Gedenken an alle Menschen, die unter dem SED-Regime gelitten haben, bleibt Aufgabe aller Demokraten.“ Vaatz zollte vor allem den Menschen höchsten Respekt, die mit ihrem Mut die friedliche Revolution eingeläutet und somit die Deutsche Einheit überhaupt erst ermöglicht haben. „Alle, die ihre persönliche Freiheit geopfert und ihre Unversehrtheit aufs Spiel gesetzt haben, um dem DDR-Regime entgegenzutreten, haben unsere Anerkennung und unseren Respekt verdient. Jedem, der ein solches Risiko auf sich genommen hat, schulden wir Dankbarkeit.“

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